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1) Warum braucht es ein neues Zertifikat für Holzpellets?
Seit dem Jahr 2010 gibt es eine neue europäische Norm für feste Brennstoffe. In diesem Kontext trat auch eine europäische Norm für Holzpellets (EN 14961-2) in Kraft, die nationale Normen ablöste.
2) Welche Klassen gibt es bei der neuen europäischen Norm und bei ENplus?
Mit der Norm werden die relevanten Qualitätsklassen A1 und A2 eingeführt. Klasse A1 zeichnet Premiumpellets mit dem geringsten Aschegehalt und den strengsten Werten aus. Diese kommen in kleinen Feuerungen beim Endverbraucher zum Einsatz. Pellets der Klasse A2 besitzen einen höheren Aschegehalt und werden in größeren Anlagen verbrannt. Das ENplus-Zertifikat setzt beide Klassen um. Industriepellets, die als EN B bezeichnet werden, fallen nicht unter das ENplus-Zertifikat.
3) Fordert die europäische Norm neue Eigenschaften von Pellets? Inwieweit richtet sich ENplus danach?
Die EU-Norm fordert, dass Kriterien wie die Schüttdichte (bislang Rohdichte), und der Feinanteil neu eingeführt werden. Alle Grenzwerte werden international gültig sein. Insgesamt stellt ENplus strengere Ansprüche an die Pelletqualität und geht teilweise über die Anforderungen der EU-Norm hinaus. Beispielsweise erfasst ENplus erstmals die Ascheerweichungstemperatur.
4) Was wird neu an ENplus sein?
Statt Qualitätszeichenn, die sich allein auf das Produkt beziehen, steht bei ENplus erstmals die Kontrolle der gesamten Bereitstellungskette bis zum Endkunden im Vordergrund. Damit garantiert das Zertifikat hohe Qualitätssicherheit und umfassende Transparenz.
5) Wie sichert ENplus diese Qualität?
Ein internes Identifikationsnummernsystem stellt die Rückverfolgbarkeit der Pellets sicher. Ziel ist es, den störungsfreien Betrieb der Pelletheizung zu sichern. ENplus steht daher für wirksamen Verbraucherschutz.
6) Welche Vorteile hat ENplus darüber hinaus?
ENplus wird europaweit eingeführt, um eine vergleichbare Qualität auf europäischer Ebene zu ermöglichen. Hierdurch stellt ENplus eine breite, internationale Verfügbarkeit hochwertiger Pellets sicher.
7) Wird sich das ENplus-Zeichen weiterentwickeln?
ENplus wird durch die Branche und die Beteiligung unabhängiger Einrichtungen konstant weiterentwickelt und optimiert, um dem Kunden ein an aktuellen Maßstäben orientiertes Zeichen bieten zu können.
8) Wer vertreibt ENplus?
Das Zeichen wird vom Deutschen Pelletinstitut (DEPI) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) vergeben. Das DEPI ist neben seiner Funktion als Zertifikatinhaber vor allem als Kompetenzzentrum für Kommunikation und Informationsvermittlung aktiv. Ein optimaler Verbraucherschutz ist dabei das zentrale Ziel.
9) Wie erkennt der Verbraucher ENplus?
Das ENplus-Zeichen wird je nach Form der Pelletlieferung auf dem Lieferschein (bei Befüllung eines Tanks) oder auf der Verpackung (Sackware) abgebildet sein. Sprechen Sie Ihren Lieferanten darauf an.
10) Wo bekommt der Verbraucher Informationen zu ENplus?
Detaillierte Informationen zu ENplus gibt es auf dem Informationsportal www.enplus-pellets.de sowie auf der Homepage des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) www.depi.de.
11) Wo können Pelletproduzenten oder der Pellethandel die Nutzung von ENplus beantragen?
Für den Erhalt des ENplus-Siegels muss zunächst ein Antrag beim Zertifikatgeber, Deutsches Pelletinstitut (DEPI), gestellt werden. Das DEPI vergibt das Qualitätssiegel ENplus und schließt mit dem Zertifikatnehmer einen Nutzungsvertrag ab.
12) Wie wird die Einhaltung der ENplus-Vorschriften gewährleistet?
Einmal im Jahr kontrollieren akkreditierte Prüfunternehmen Anlagen sowie Ablauf des Produktionsprozesses und entnehmen eine Probe beim Pelletproduzenten. Handelsunternehmen verpflichten sich zur Einhaltung bestimmter Regeln und werden ebenfalls kontrolliert.
13) Werden ENplus-Pellets teurer sein?
Die Zertifizierung nach ENplus bringt für Produzenten und Handel keine preisrelevanten Mehrkosten, sodass Pellets aufgrund von ENplus nicht teurer werden.
14) Wie stehen die Heizungshersteller zu ENplus?
Die wichtigsten Heizungshersteller empfehlen den Gebrauch von ENplus.
15) Warum scheint der Aschegehalt von 0,7 Prozent höher als bisher?
Die Veränderung des Grenzwertes ergibt sich durch ein neues Messverfahren. Nach der bisherigen Messmethode wurden die Pellets bei 815 °C verbrannt. Beim jetzigen Prüfverfahren beträgt die Temperatur 550 °C. Der höhere Aschegehalt bedeutet jedoch keine Verschlechterung. Aufgrund der unterschiedlichen Messverfahren sind die beiden Werte vergleichbar.
16) Was ist die Ascherweichungstemperatur?
Die Ascheerweichungstemperatur beschreibt den Punkt, an dem Asche zu fließen beginnt. Bei Temperaturen im Feuer über der Ascheerweichungstemperatur kann die Asche weich und teigig werden. Dann spricht man von Versinterung bzw. Verschlackung. Beim Abkühlen härtet die Asche wieder aus. Die verschlackte Asche sammelt sich im Kesselinneren und stört den Heizungsbetrieb. Um dieses Risiko zu minimieren, müssen zertifizierte ENplus-Pellets einen Ascheerweichungspunkt von 1.200 °C aufweisen.
Die Anforderungen von ENplus an die Ascheerweichungspunkttemperatur gehen über die der europäischen Norm hinaus. Der Wert wird bei der Zertifizierung verpflichtend gefordert. Hierzu wird die Probe mit einer Temperatur von 815 °C verbrannt. Somit kann der Ascherweichungspunkt verlässlich ermittelt werden.
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